Partnerbörsen im Test

Svea J. Held wurde 1982 in Osthessen geboren. Nach einigen Umzügen im Kindesalter, wohnt sie nun seit 2003 in der nordhessischen Großstadt Kassel.

 

Nach einer kaufmännischen Ausbildung, dem Studium der Betriebswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten Marketing, Personal und Prozessmanagement, sowie zahlreichen Weiterbildungen und Engagements als Fachdozentin, ist sie seit 2007 als selbstständige Unternehmensberaterin tätig. Ihre Kunden sind kleine und mittelständische Unternehmen in Wachstumsprozessen oder mit konkreten Absatzschwierigkeiten. Sie entwickelt hierfür Positionierungen, Kundenkontaktprozesse und Marketingkampagnen als externe Projektleiterin.

 

Das Schreiben von Novellen, Kurzgeschichten und nun dem ersten Roman unter dem Pseudonym Svea J. Held, gehört seit 2011 zu ihren fokussierten Interessen sowie zur Freizeitgestaltung. Sie widmet sich als Autorin den Gedanken zwischenmenschlicher Begegnungen. Direkt, bissig, ironisch aber humorvoll werden die Schattenseiten des Zusammenseins gespiegelt. Schauplätze und Tatorte sind Partnerschaft, Freundschaft, Familie sowie Geschäftsbeziehungen. Die Erzählungen sind meist in alltägliche, mal in historische, mal in kriminalistische Rahmensituationen verpackt. Mit ihren Kurzgeschichten hat sie bereits an zahlreichen Literaturwettbewerben teilgenommen.

 

> Autorenprofil Amazon         >> Autorenwebseite Svea-j-held.de

 

Statement zum Buch für die Partnersuche ‚Projekt Eieruhr 2.0′
„Bei meiner Tätigkeit als Unternehmensberaterin bin ich täglich im Kontakt mit Menschen in verantwortungsvollen Positionen. Die Frauen darunter zeigen zumeist herausragendes Engagement, Verbindlichkeit und Stärke. Und häufig haben sie eines gemein: Sie sind Single, enttäuscht und wütend. Wütend auf die Männer, die einfach nicht passen wollen. Wütend auf die Männer, die sie zur Geliebten machen. Wütend auf die Männer, die nicht ihren Ansprüchen genügen.

In meinem Buch ,Projekt Eieruhr‘ möchte ich das geistige Spannungsfeld darstellen in dem man sich als Frau befindet, wenn man stets Höchstleistungen von sich und seinen Mitmenschen erwartet – sogar auf dem Feld der Liebe. Wenn man alles und noch mehr erreichen möchte und dabei die Leichtigkeit vergisst. Ich möchte dabei aber keinesfalls mit erhobenem Zeigefinger den Masterplan vorstellen, nachdem man sein Leben als moderne Frau führen sollte. Sondern vielmehr die vielfältigen Möglichkeiten der Lebensgestaltung aufzeigen. Und zum Reflektieren und Nachdenken anregen. Ich möchte Fragen stellen, ohne sie zu beantworten. Aber vor allem darf und soll unbedingt gelacht werden, wenn man sich selbst in ,Lissi Schütz‘ wiedererkennt!“

Interview mit der Autorin

Svea, was hat Dich inspiriert das Buch „Projekt Eieruhr“ zu schreiben?

Beziehungen sind für mich das spannendste Thema. Nichts kann einen so sehr in Aufruhr versetzen wie eine leidenschaftliche Liebe oder auch ein leidenschaftlicher Zorn – beides setzt voraus, dass zwei Menschen miteinander verbunden sind. Damit meine ich nicht nur Mann-Frau-Liebes-Beziehungen, sondern alle Arten von Beziehungen in den Menschen zu- und miteinander stehen können. Da menschelt es doch sehr! Und besonders spannend finde ich die Frage, warum es bei manchen Menschen klappt und warum bei anderen scheinbar der Wurm drin ist. Einige scheinen das Pech in der Liebe gepachtet zu haben. Oder ecken generell viel mit anderen Menschen an. Da wollte ich mal einen Blick hinter die Kulissen wagen. So ist die Buchidee entstanden.

Wo siehst Du heutzutage die grundlegenden Schwierigkeiten oder Herausforderungen bei der Partnersuche?

Ich denke, es ist die Vielzahl an Möglichkeiten. Vor allen Dingen die Möglichkeiten sein Leben zu gestalten. Es gibt keine geradlinigen Lebensläufe mehr: Niemand macht mehr seine Ausbildung in einem Unternehmen und geht dort auch in Rente. Es gibt Phasen der Anstellung, Wechsel von Arbeitgebern, Phasen der Selbstständigkeit, Elternzeit, vielleicht Auslands-aufenthalte. Chancen über Chancen. Eigene Wünsche und Ziele ändern sich. Man selbst entwickelt und ändert sich. Eine ständige Bewegung. Da ist es schon eine besondere Herausforderung, einen Partner fürs Leben zu finden, der diese fortwährenden Veränderungen entweder mitgeht oder parallel die gleichen Phasen durchlebt, sodass man sich zur Seite stehen kann.

Dein Buch ist nicht nur ein Roman, sondern auch ein Ratgeber. Wie kam es zu dieser Idee?

Im Rahmen der Recherche habe ich festgestellt, wie viele junge Menschen scheinbar an dem Thema Partnersuche verzweifeln. Und wie viele sich ganz konkrete Tipps wünschen was sie nur tun sollen um endlich einen Partner zu finden. Also dachte ich mir, dass es vielleicht eine gute Idee wäre, einen unterhaltsamen Roman zu schreiben, der von pragmatischen Coachingtipps zum einfachen Umsetzen im Alltag ergänzt wird. Quasi ein Infotainment: Information und Entertainment.

Was sind Deine drei wichtigsten Tipps, für alle Menschen die sich einen Partner an ihrer Seite wünschen?

Ich habe sogar 42 Tipps (lacht). Aber ich denke, das Wichtigste ist, dass man sein Leben erst einmal so mag wie es ist und nicht darauf hofft, dass ein Partner eine Leere füllt. Das wäre zu viel verlangt. Dass man sich im Klaren darüber ist, was genau man eigentlich sucht und dass man sich einmal darüber Gedanken gemacht hat, was man selbst in die Beziehung einbringen möchte. Dann ist man zielgerichteter und wacher unterwegs, statt quasi mit Schrot auf Spatzen zu ballern und immer wieder enttäuscht zu sein, wenn man scheinbar niemand Passendes findet.

Was sollten Frauen Deiner Meinung nach bei der Partnersuche berücksichtigen?

Macht es den Jungs nicht zu schwer. Wenn man angesprochen wird, muss es nicht sein, dass man denjenigen kühl und hochnäsig abblitzen lässt – er hat auch erst seinen Mut zusammen genommen um den ersten Schritt zu gehen. Dies gilt auch wenn man vermeintlich auf den ersten Blick zu erkennen glaubt, dass derjenige nicht zu einem passt. Gebt den Männern eine Chance. Kein Kontakt ist Verschwendung! Und wer weiß, wen er im Zweifel noch im Freundeskreis hat? Ansonsten: Selbst aktiv werden und Männer ansprechen!

Und was sollten Männer bei der Partnersuche berücksichtigen?

Meist sind es die „guten Jungs“ die sich nicht trauen, eine Frau anzusprechen oder aktiv zu werden. Dazu kann ich nur sagen: Traut Euch! Mehr als Nein sagen, kann das Mädel nicht. Das ist nicht so schlimm, wie ständig verpasste Chancen. Sollte Mann über eine Online-Börse suchen: Lasst mal eine Freundin einen Blick auf die Fotos werfen. Viele Männer wählen gruselige Fotos von sich aus! Besonders beliebt: Urlaubsfotos auf denen Ex-Freundinnen abgeschnitten wurden oder Bilder mit Dackelblick (lacht).

Welche Tipps hast Du für Frauen für das erste Date?

Neben den Spielregeln die für beide Seiten gelten, wie Gesprächsthemen und Pünktlichkeit beispielsweise, sollten Frauen ein Auge darauf haben, dass sie beim Makeup nicht zu dick auftragen und nicht zu leicht bekleidet sind. Oder overdressed. Klingt abgedroschen, scheint aber ein zeitloser Tipp zu sein.

Und welche Tipps für Männer?

Häufig tun sich Männer mit Small Talk etwas schwerer als Frauen. Das kann schon mal zu Verunsicherung bei Frauen führen, die ein Gespräch dann beispielsweise eher als schleppend empfinden und dies im schlimmsten Fall mit Desinteresse gleichsetzen. Und wenn ‚Mann‘ an der Dame Interesse hat, sollte ‚Mann‘ dies auch zeigen und sie beispielsweise auf ein Getränk einladen oder ein nächstes Date vorschlagen.

Sonst gilt für beide: Wenn man sich unwohl fühlt, sollte man das Date abbrechen und gehen!
Die Zeit abzusitzen, bringt niemandem etwas.

Welchen Tipp würdest Du den Singles (die nicht mehr länger Single bleiben wollen) noch mit auf den Weg geben?

Auch wenn es wichtig ist, selbst aktiv zu suchen und nicht schicksalsergeben auf die magische Begegnung zu warten, sollte man sich nicht zu sehr auf das Thema verkrampfen. Wenn Ihr mit Freunden in einer Bar sitzt und keinem Gespräch mehr folgen könnt, weil Ihr ständig die Umgebung nach möglichen Partnern scannt, solltet Ihr dringend einen Gang runterschalten! Das Leben nicht vergessen.

Noch eine Frage, die sicherlich die männlichen Leser interessiert – wie sollte sich ein Mann verhalten, der eine Frau anspricht? Wie sieht der perfekte Flirt aus?

Der perfekte Flirt findet zwischen zwei Menschen in einem spontanen Moment statt. Dafür gibt es kein Pauschalrezept. Aber das Wichtigste ist: Wenn ein Mann eine Frau anspricht, sollte dies aufrichtig sein, weil er diese eine Frau in diesem Moment interessant und attraktiv findet. Eine Anmach-Schablone und ein eingeübter Spruch fallen sofort auf und garantieren nahezu eine Abfuhr. Ganz wichtig: Wenn man einen schönen Flirt hatte und man einem Wiedersehen interessiert ist, muss man sich unbedingt ein Herz fassen und die Nummer rausrücken! Sonst erfährt man nie, was daraus werden könnte.

Du hast Deinen Partner selbst über eine Singlebörse kennen gelernt? Wie hat sich Dein Leben dadurch verändert und was sind aus Deiner Sicht die Vorteile von solchen Single- und Dating-Plattformen?

Dazu sollte man vielleicht wissen, dass ich immer eine bekennende Gegnerin von Online-Börsen gewesen bin! „Das Leben findet offline statt“, war immer mein Motto. Dass ich meinen Liebsten nun ausgerechnet bei den Buchrecherchen über eine Onlinebörse gefunden habe, grenzt an Ironie des Schicksals. Wir teilen das Leben aktiv miteinander, vor allen Dingen unsere große gemeinsame Leidenschaft: Den Bluesrock.

Ich empfinde es als Geschenk, dass wir uns gefunden haben. Und dass wir den weiteren Lebensweg gemeinsam gehen wollen, steht für uns fest.

Bei uns hat die „Vorauswahl“ die durch die Persönlichkeitstests von der Börse getroffen wurde, komplett ins Schwarze getroffen – wir harmonieren besser, als wir beide es uns je vorgestellt haben.

Ich denke, das ist auch der größte Vorteil: Man bekommt überhaupt erst einmal die Chance mit anderen Suchenden in Kontakt zu kommen. Das ist ja für viele die erste große Hürde: Sie treffen scheinbar gar keine Singles mehr. Wie man dann mit diesen Chancen umgeht, ist natürlich wieder eine andere Sache.